Altlastensanierung Bunsenstraße 2 in Trittau ab Ende August 2017

Die Altlast und jahrelange Brachfläche Bunsenstraße 2 in Trittau tritt in die Sanierungsphase ein. Das Grundstück war der Betriebsstandort eines Maschinenbauunternehmens, welches Geräte zur Metallentfettung und -reinigung herstellte, die dazu erforderlichen Lösemittel (chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie sie auch in chemischen Reinigungen verwendet werden) ebenfalls verkaufte und gebrauchte Lösemittel wieder annahm und aufarbeitete. Die Firma kam 1969 von Wandsbek nach Trittau. Durch den ständigen Umgang mit Lösemitteln kam es zu einem sanierungsrelevanten Schaden in Boden, Bodenluft und Grundwasser. Die Firma stellte den Betrieb 1998 ein.
1974 wurde am gleichen Ort auch eine Firma zur Herstellung von Dichtungsringen gegründet und bis 2007 betrieben. Seitdem liegt das Gelände brach.
Direkt nach Erfassung des Standortes folgten ab 2009 intensive Untersuchungen und Planungsschritte durch den Kreis Stormarn, wobei die Untersuchungen durch das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) gefördert wurden. Es wurden die Schäden in Boden, Bodenluft und Grundwasser und ihre Ausdehnung untersucht. Dabei zeigte sich jedoch auch, dass Brunnen nicht gefährdet sind, da diese außerhalb des Verschmutzungsbereichs oder wesentlich tiefer liegen und durch mächtige Tonschichten geschützt sind.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wurde das Sanierungskonzept entwickelt. Eine Kombination mehrerer Verfahren ist die wirksamste und effektivste Sanierungsmethode. Doch bevor diese überhaupt beginnen kann, müssen zunächst die Altgebäude abgerissen und diverse Abfälle entsorgt werden. Und in einem begrenzten Bereich ist die Beseitigung belasteten Bodens erforderlich, da sich dieser nicht vor Ort dekontaminieren lässt. Dies alles wird sich wahrscheinlich bis in den Oktober hinziehen. Nach anschließenden Bohr- und Brunnenbauarbeiten folgt ab November die eigentliche Sanierung von Grundwasser, Boden und Bodenluft. Die gesamte Sanierung wird voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein. Am Ende wird das Grundstück wieder gewerblich nutzbar sein.
Die Sanierung erfolgt im Auftrag des Kreises Stormarn. Die technische Leitung der Sanierung hat das Ingenieurbüro BRUG aus Kiel. Alle Maßnahmen laufen unter einem Arbeitsschutzkonzept und unter Einsatz von Fachingenieuren.

Die Sanierung wird zu 35 % durch ein EU-Förderprogramm finanziert (EFRE). Außerdem soll der spätere Verkaufserlös des Grundstücks ebenfalls dem Projekt zugute kommen. Die restlichen Kosten werden sich der Kreis Stormarn und die Gemeinde Trittau teilen. „Die Gesamtkosten werden aktuell geschätzt bei 1,4 Mio. Euro liegen“, so der zuständige Sachbearbeiter des Kreises Stormarn, Heiko Diekmann.