Kreisarchiv Stormarn in drei neuen Internetdatenbanken

Infos auf den ersten Klick

Ein großer Teil des Bestandes im Stormarner Kreisarchiv in Bad Oldesloe ist ab sofort als digitaler Katalog über das Internet einzusehen. Möglich machen es gleich drei Online-Portale, in denen das Kreisarchiv neu vertreten ist. Über die „Deutsche Digitale Bibliothek“ (DDB), über „Historypin“ und im „Katalog des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds“ können sich Nutzer mit nur wenigen Klicks einen Überblick über die Oldesloer Archiv-Bestände verschaffen.

Sarah Walter (v.l.), Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und Tim Schumann stellen die Titel der Präsenzbibliothek zu Stormarn ins InternetDie Schwerpunkte liegen zum einen auf der umfangreichen Fotosammlung von Stormarner Journalisten, zum anderen auf der Präsenzbibliothek, die die umfassendste Spezialsammlung zu Literatur aus Stormarn ist.

auf dem Foto rechts: Sarah Walter (v.l.), Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und Tim Schumann stellen die Titel der Präsenzbibliothek zu Stormarn ins Internet

„Die Deutsche Digitale Bibliothek (www.ddb.de) ist eine Datensammlung aus Gedächtniseinrichtungen in ganz Deutschland“, erläutert Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Nutzer können hier nach Stichworten in den eingespeisten Daten aller beteiligten Einrichtungen deutschlandweit ihre Themen recherchieren. „Alle Archive, Museen und wissenschaftlichen Bibliotheken sollen ihre Daten dort einstellen“, sagt Watzlawzik,

„Das Kreisarchiv Stormarn ist jetzt ebenfalls mit 70.000 digitalen Archivalien vertreten.“ Das Portal hat das Ziel, jedem über das Internet freien Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands zu eröffnen. Die Datenbank liefert bessere und schnellere Ergebnisse als das bisherige Onlineangebot, so Watzlawzik. Spannend ist zum Beispiel die Galeriefunktion bei der DDB (www.ddb.de), bei der Vorschaubilder leicht einen Überblick verschaffen und zum Stöbern einladen.

Auch für Nichtfachleute geeignet ist die englischsprachige Seite „Historypin“ (www.historypin.org). In der Community wird sozusagen Schwarmwissen eingesammelt: Soll beispielsweise die Geschichte eines Dorfes erforscht werden, können Nutzer Fotos einstellen und in Kommentarfeldern persönliches Wissen und Informationen dazu mit anderen Nutzern teilen. Neben den Fotos taucht hier auch immer eine Landkarte auf, die zeigt, wo sich der Ort befindet.

Kreisarchiv Stormarn auf Historypin
auf dem Bild: Kreisarchiv Stormarn auf Historypin

„Bei größeren Städten wird man bei der allgemeinen Recherche relativ schnell fündig“, sagt Watzlawzik, „bei kleinen Orten wie beispielsweise Pöhls ist das schon schwierig. Hier liegt die Stärke des Kreisarchivs, das auch für kleine Orte Fotos bereitstellt.“ Denn das Internet-Portal bietet sich nicht nur als Galerie an, sondern auch für die eigene Informationssammlung. „Wir haben ein Foto von einem Geschäft in Rehhorst“, gibt Archivmitarbeiter Tim Schumann als Beispiel an.

„Das können wir dort einstellen und fragen, ob jemand weiß, bis wann es das gab.“ Der Informationsfluss sei ein Geben und Nehmen, so hätten beide Seiten etwas davon. „Bisher sind 130 Bilder aus dem Kreisarchiv eingestellt.“, so der Kreisarchivar, „Es sollen aber viel mehr werden!“

Als digitaler Buchkatalog kommt schließlich die Bibliotheksdatenbank (www.gbv.de) an, in der sämtliche Titel der Stormarner Präsenzbibliothek inklusive einzelner Aufsätze von Literatur zu Stormarn und von Stormarnern eingetragen werden sollen, darunter auch Werke, von denen es nur ein Exemplar im Stormarner Kreisarchiv gebe. „Wir haben eine Reihe von Veröffentlichungen, die im Selbstverlag erschienen sind und deshalb ausschließlich hier zu finden sind“, erläutert Tim Schumann.

„Diese „graue Literatur“ wird nun auffindbar.“ Der GBV ist ein Bibliotheksverbund für den norddeutschen Raum und öffnet die Kataloge im Internet. Mit dem neuen Angebot werden die Verwaltungsarbeit, die Archivarbeit und die regionalhistorische Forschung unterstützt.