Radwandern in Stormarn:

Tour 5 - Auf Moorlandtour

Tour 5 - Auf Moorlandtour

Tourenlänge 37 km

Start Nienwohld P Wanderparkplatz Nienwohld

Hochmoore und das reizvolle Tal der Oberalster bestimmen die Landschaft im äußersten Nordwesten Stormarns. Mit der Bahn ist die Route nicht direkt zu erreichen, jedoch liegt der Bahnhof Bargteheide in 10 km Entfernung, von wo über die Touren 6 und 12 der Anschluss an Tour 5 möglich ist.

Greifvögel, Friedens- und Doppeleichen 
Startpunkt ist die Dorfstraße in Nienwohld, von wo es am südlichen Ortsausgang in den Wiesenweg geht. Hier überquert man gleich darauf die Alte Alster.

Das nördlich des Weges liegende Naturschutzgebiet Nienwohlder Moor (1) ist eines der ausgedehntesten Hochmoore in Schleswig-Holstein und ein Paradies für Greifvögel wie Falken oder Roten Milan. Auch Kraniche lassen sich hier mit Glück von Ferne beobachten.

Über einen vom Wiesenweg nach Südosten abzweigenden Weideweg gelangt man zunächst zum Weiler Bornhorst und dann nach Bargfeld-Stegen. Im Ort ist auf jeden Fall der beeindruckende, baumgerahmte Dorfanger (2) einen Abstecher wert. Solche historisch gewachsenen Anger als Dorfmittelpunkte findet man nur noch selten.

Von der Vergangenheit erzählen die Friedenseiche (1871), die Doppeleiche (1898) und ein Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege. Eine Besonderheit ist eine lange diagonal verlaufende Allee, die zu Ende des 19. Jahrhunderts als Konfirmandenspende gepflanzt wurde.

Die Doppeleiche ist als typisch schleswig-holsteinisches Kulturdenkmal »gewachsene Geschichte«.Vielerorts wurden 1898, 50 Jahre nach der schleswig-holsteinischen Erhebung von 1848 gegen Dänemark, zwei Eichen nebeneinander gepflanzt und miteinander verbunden, so dass die beiden Bäume zusammenwuchsen und eine gemeinsame Krone entwickelten. So symbolisiert die Doppeleiche die Verbindung der beiden Landesteile Schleswig und Holstein.

Im Tal der Oberalster 
Bald nach dem Gasthof Waldesruh in Viertbruch stößt man auf den Anschluss anTour 6 und streift das Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook (3) (Tour 11). In der Nähe liegen auch das Gut und der Barockgarten Jersbek (4) (Tour 6).

Vorbei an Pferdekoppeln eröffnet sich bald darauf westlich der Straße das landschaftlich reizvolle Naherholungsgebiet Oberalster. Hier schlängelt sich die Oberalster in zahlreichen Windungen durch ein großes, hügeliges Mischwaldgebiet.

Im Rader Forst sind die Reste von einem Langbett und mehreren Grabhügeln (5) der jüngeren Steinzeit und Bronzezeit zu entdecken, die auf einem Übersichtsplan am Forstparkplatz verzeichnet sind. Ruhebänke an idyllischen Plätzen laden zur Rast ein.

Vorbei am Gut Wulksfelde (6), das den Blick hinter die Kulissen der ökologischen Landwirtschaft erlaubt (Tour 11), geht es über den Tangstedter Weg, der bald in einen Radwanderweg übergeht, nach Tangstedt.

Das dortige Gut mit Gutsschänke ist heute ein Gestüt und Reitstall. In der Ortsmitte von Tangstedt führt die Tour über den Wassermühlenweg und den Fahrenhorster Weg durch eine schöne Allee Richtung Norden. Hinter Tangstedt beeindruckt die Weite der Landschaft.

Umflossen vom Oberlauf der Alster und durchflossen vom Mühlenbach, ihrem Nebenarm, liegen die Naturschutzgebiete Kayhuder und Wakendorfer Moor (7). Nach der Überquerung von Mühlenbach und Alster gelangt man bezeichnenderweise in den Moorweg.

Wo einst Bahn und Schleppkahn fuhren 
Von Wakendorf II bis Sülfeld radelt es sich gut auf der zum Radwanderweg ausgebauten ehemaligen Eisenbahntrasse von Elmshorn nach Bad Oldesloe (Tour 10). Ein Obstlehrpfad (8) macht diese Strecke im Herbst zum Probierpfad (Tour 2).

Hinter Nahe führt die Strecke wieder durch das Nienwohlder Moor (1) (Tour 6), jedoch, anders als am Start der Tour, diesmal auf seiner nördlichen Seite. Das atlantische Hochmoor liegt genau im Bereich der Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee.

Auch aus diesem Grunde scheiterte das Unternehmen, die Städte Lübeck und Hamburg durch den Alster-Trave-Kanal (1529–1549) zu verbinden: Auf Grund von Wassermangel auf der Scheitelstrecke ging schon bald kein Schiff mehr durch die Nienwohlder Schleusen. Die Reste des alten Kanals kreuzt der Radwanderweg kurz vor dem Abzweig zurück nach Nienwohld und zum Ausgangspunkt.