Museen im Kreis Stormarn:
Das Motoren-Museum in Lütjensee
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Matthias Klein hat auch einen gewaltigen Krupp-Motor aus dem Jahr 1925 unter seinen Motoren: "Der ist einzigartig." |
Kolosse der industriellen Entwicklung: Mathias Klein
eröffnet erstes Motoren-Museum
Einst wurden hier Menschen wieder
alltagstauglich gemacht, heute sind es Motoren aller Art, die in der
früheren Kurklinik in Lütjensee instand gesetzt und dort im ersten
Motoren-Museum ausgestellt werden.
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In Schaukästen und in großzügigen Hallen ist alles rund um den Motor zu sehen, was die Arbeitswelt zu bieten hat. |
Hauptsache, es kracht und rattert
Mathias Kleins Herz schlägt im Zweitakt und im Viertakt, entbrennt für Gas, Petroleum, Diesel oder Benzin, erwärmt sich für Glührohr-, Abreiß- oder Selbstzünder: Kurzum, alles, was mit Motoren zu tun hat, ist Mathias Kleins Spezialgebiet. Gemeinsam mit Gleichgesinnten hat er rund 300 Motoren aller Art in Lütjensee zusammen getragen und wieder zum Laufen gebracht.
Hier entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kurklinik zurzeit das Motoren-Museum Schleswig-Holstein, das in Deutschland wohl einmalig ist und vom gleichnamigen Verein getragen wird.
Wir zeigen Industriemotoren, Auto-, Schiffs- und Flugzeugmotoren, und alle sind voll funktionsfähig und können in der Motorenhalle vorgeführt werden, so Klein, Technischer Leiter des Museums und zugleich Restaurator.
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Dieser Gigant wiegt 60 Tonnen und ist kurz vor dem Eintreffen im Museum samt Kran gestürzt. |
Motoren liebt er seit der Kindheit. Meine Eltern hatten einen Kutter, und an dem habe ich immer schon herumgeschraubt. Später kümmerte er sich 20 Jahre lang um Oldtimer, und auch da waren es die Motoren, die es ihm angetan hatten. Der Duft der großen weiten Welt riecht für Klein nach Diesel und Benzin, und bald sprach sich sein Hobby herum. Wir haben da was für dich, hieß es, und Klein holte es.
Das war einfach, solange es sich um kleine Maschinen handelte, wurde schwieriger bei den großen Modellen und machte schließlich auch nicht vor ganzen Schiffsmotoren, Flugzeugturbinen oder einem gigantischen Krupp-Motor aus dem Jahr 1925 Halt.
Da bin ich dann jedes Mal hingefahren, habe mit Helfern alles auseinander gebaut, hierher transportiert und wieder zusammengesetzt. Vor vier Jahren entstand dann die Idee, ein Motorenmuseum einzurichten.
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Der Atmosphärische Motor von 1871. Weltweit gibt es nur vier Nachbauten - eine davon in Lütjensee. |
Klein und der Verein wollen nicht nur die Motoren zeigen, sie haben auch deren Geschichte dokumentiert und alle technischen Daten festgehalten. Wenn man so einen Motor wieder in Gang bringt, hat man einen ganz besonderen Bezug dazu, erklärt Klein, der alles gelesen hat, was es zum Thema gibt. Das sind besondere Motoren, und uns liegt der Kulturerhalt am Herzen. Wir haben Motoren von 1898 bis heute. Glanzstück ist der Atmosphärische Motor von 1871 - ein Nachbau, von dem es nur vier Stück auf der Welt gibt.
Weiter geht es zu einem Favor-Viertakt- Motorrad von 1924, dann zu einer BP-Feuerwehrpumpe mit VW-Industriemotor. Traktoren warten da auf ihre Restaurierung, metallische Kleinteile vom Kolben bis zum Ölkännchen blitzen in Schaukästen, umrahmt von Originalgemälden alter Motoren, die ein Freund gemalt hat. Klein drängt sich an der Turbine einer russischen Transportmaschine AN26 vorbei: Die hat 1700 PS und braucht 1000 Liter Treibstoff pro Stunde.
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"Das ist eine MAK-Schiffsmaschine von 1955", erklärt Matthias Klein, ehe er den Motor anwirft. |
Dann steht man vor einem der vielen Prunkstücke der Sammlung, einem Generatorwagen aus dem Jahre 1914 für den militärischen Einsatz. Der NAW-Vier-Zylinder-Motor hat Energie erzeugt, um die Landebahn auszuleuchten, aber gezogen wurde der Wagen von Pferden. Ein halber Adler-Wagen enthüllt sein Innenleben, und ganz hinten in der Halle ruht ein Gigant, der bereits Schlagzeilen gemacht hat.
Den alten Dieselmotor von 1925 haben wir in einem Museum abgebaut und als Schwertransport herkommen lassen", erzählt Klein, der lief tadellos. Dann stürzte der 36 Meter hohe Kran vor dem Ausstellungsgelände um.
Der Motor ist jetzt völlig kaputt, bedauert Klein, der Schaden ist nicht zu reparieren. Aufgebahrt liegt er in der Werkshalle, eindrucksvoll in seiner Größe. Das war ein einzigartiges Modell, der wird nicht verschrottet, betont Klein, das hat er nicht verdient.
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Dieses uralte Motorrad der Marke "Favor" von 1924 hat Matthias Klein auf einem Trödelmarkt erstanden. |
Nicht umsonst ist das Motoren-Museum ein lebendiges Museum: Klein legt Hand an, und zischend und schnaufend erwacht ein kleinerer Motor zum Leben. Das funktioniert auch in groß: Der Garten fungiert als Motorenpark, in dem Großmotoren an die historische Arbeitswelt erinnern.
Vorne an ragt ein alter MAK-Schiffsmotor auf: Der ist von 1955 und aus einem Schiff, das keiner mehr haben wollte. Das Museum hat ihn nun, und auch er läuft einwandfrei.
Nicht nur Besucher können nach Lütjensee kommen, das Museum steht auch als Tauschbörse zur Verfügung. Der Verein sucht außerdem Verstärkung, denn es gibt viel zu tun: Einen halben Tag braucht Klein alleine, um vor einer Führung alle Motoren vorzubereiten. Bei uns zischt, rattert und kracht es! lockt der Museums-Prospekt keine leeren Worte. Offizielle Eröffnung war am 8. und 9. September 2007.
Anschrift/Anfahrt:
Motoren-Museum
Schleswig-Holstein e.V., Großenseer Str. 18, 22952 Lütjensee
Das
Motoren-Museum befindet sich in der ehemaligen Kurklinik.
Öffnungszeiten:
Geöffnet:
Zunächst sind nur Führungen für Gruppen ab zehn Personen
möglich (ca. 4 Stunden, pro Person 15 Euro), Anmeldung unter 0 41 54 / 98
96 31.
Internet:
Motoren-Museum Schleswig-Holstein
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Die
Lübecker Nachrichten
(LN) haben in einer Serie im Sommer 2003 über die in Stormarn befindlichen
Museen berichtet. Diese, im Dezember 2004 aktualisierten Berichte haben wir
hier mit freundlicher Unterstützung durch die Zeitung und den Autoren der
Serie, Tonio Keller aufgenommen. |
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