09.09.2009

13. September 2009: Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, dem 14. September 2009 findet zum 17. Mal der „Tag des offenen Denkmals“ statt. Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den „European Heritage Days“, die unter der Schirmherrschaft des Europarats stehen und in allen europäischen Ländern im September stattfinden.

Der Tag des offenen Denkmals hat sich mittlerweile als wichtiges Medium der Öffentlichkeitsarbeit für die Erhaltung des kulturellen Erbes durchgesetzt. Das Ziel ist es vor allem, das bauliche Erbe einer Region vorzustellen. Gleichzeitig können sich die Besucherinnen und Besucher über die Ergebnisse von denkmalpflegerischen Einzelmaßnahmen direkt vor Ort informieren.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, bundesweit Koordinatorin des Tages des offenen Denkmals, hat für dieses Jahr das Schwerpunktthema „Historische Orte des Genusses“ heraus gegeben.
Im Kreis Stormarn nehmen am diesjährigen Tag des offenen Denkmals die ev.-luth. Kirche in Zarpen, die ehemalige Gastwirtschaft „Hugo Schmidt“ in Brunsbek-Papendorf, die sog. Röperkate in Grönwohld, das Schloss in Tremsbüttel sowie das ehemalige Melkerhaus des Gutes in Tangstedt teil.

Die Zarpener Kirche ist am Tag des offenen Denkmals von 10 – 17 Uhr geöffnet (sonst offene Kirche, von April bis Oktober 10 – 17 Uhr geöffnet). Den ganzen Tag über finden Führungen nach Bedarf durch die Pastorin und Mitgliedern des Kirchenvorstands statt.

Die Zarpener Kirche ist ein einschiffiger und gewölbter frühgotischer Backsteinbau des mittleren 13. Jahrhunderts, im Innern kuppelige Kreuzrippengewölbe mit Fresken des 15. und Anfang des 17. Jahrhunderts. Der achtseitige Helm des Westturms wurde 1601 erneuert.

Die „Röperkate“ neben dem Feuerwehrgebäude in der Grönwohlder Bahnhofstraße ist nur am Tag des offenen Denkmals geöffnet. Dort findet um 11 Uhr im Rahmen eines Festaktes zum 25-jährigen Bestehen der Kulturstiftung der Sparkasse die feierliche Eröffnung der Kate nach dem Umbau statt.

Die „Röperkate“ wurde als schornsteinloses, reetgedecktes Rauchhaus erbaut. Durch die Gründung des Vereins zum Erhalt der Kate wurde der Abbruch der bereits weit heruntergekommenen Kate verhindert. Seit 2001 wird die Kate in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden von den Mitgliedern des Vereins behutsam saniert. 2003 wurden das Fachwerk und das Feldsteinfundament instandgesetzt, 2004 das Reetdach komplett erneuert und 2005 die Fenster erneuert. Nach dem darauffolgendem Innenausbau wurden die langjährigen Umbauarbeiten nun abgeschlossen.

Die ehemalige Gastwirtschaft „Hugo Schmidt“ im Brunsbeker Ortsteil Papendorf, Langeloher Weg 1 ist nur am diesjährigen Tag des offenen Denkmals von 14 – 17 Uhr geöffnet. Nach Bedarf finden Führungen durch die Eigentümer und eine Restauratorin statt. Zu sehen ist eine Fotodokumentation über das dortige frühere und heutige Leben, und es wird über den Stand der Restaurierungsarbeiten am Haus informiert.

Die Eigentümer freuen sich auf Besucher und Besucherinnen, die sich für das 1904 errichtete Bauernhaus mit den bis 1965 bewirtschafteten ehemaligen Gaststuben interessieren. Das Gebäude wurde von der Eigentümerfamilie ab 1984 restauriert, teilweise umgestaltet und ist seit 1996 als Kulturdenkmal eingestuft. Im Haus befinden sich einige historische Wandmalereien, wovon die letzten erst vor wenigen Monaten bei Renovierungsarbeiten entdeckt wurden.

Das ehemalige Melkerhaus in Tangstedt, Beekmoorweg 8 ist ebenfalls nur am Tag des offenen Denkmals von 12 – 18 Uhr geöffnet. Nach Bedarf finden Führungen durch den Eigentümer statt. Das Haus wurde ab 2003 größtenteils in Eigenleistung durch den Eigentümer in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden durchgreifend saniert und wird heute als Wohnhaus genutzt. Interessant ist der Kontrast des alten Gebäudebestandes zu dem modernen und minimalistisch gehaltenen Gebäudeinnern.

Das letzte noch erhaltene historische Gebäude der Gutsanlage in Tangstedt wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts vermutlich als Gutsmeierei in eingeschossiger Fachwerkbauweise errichtet.

Im Schloss Tremsbüttel finden am Tag des offenen Denkmals von 12 – 18 Uhr Führungen durch die Hotelleitung statt. Das Schlosscafé und das Café im Japanischen Garten bieten Kuchen und Torten aus eigener Konditorei an.

Tremsbüttel war im 18. Jahrhundert gottorf‘scher Amtssitz und 1777-1800 durch den dänischen Amtmann Graf zu Stolberg-Stolberg Zentrum geistigen Lebens. Unter den Gästen waren damals u.a. Fr. Gottlieb Kloppstock, Wilh. v. Humboldt. Der Gutspark geht auf eine durch Graf zu Stolberg-Stolberg um 1780 im frühen landschaftlichen Stil geschaffene Anlage zurück.
Im 19. Jahrhundert war Tremsbüttel großbürgerlicher Gutsbetrieb.

In den Jahren 1893 – 1895 ließ der Gutsbesitzer Alfred Hasenclever (1859 – 1908) durch die Berliner Architekten H. Grisebach und G. Dinklage das heutige Herrenhaus („Schloss“) errichten. Es ist ein zweigeschossiger, reich gegliederter Putzbau im Stil des späten Historismus mit schiefergedeckten Dächern. Im Innern befinden sich originale Vertäfelungen, Stuckarbeiten und Ausmalungen sowie eine repräsentative zweiläufige Treppe ins Obergeschoss.

Von 1949 – 1986 war das Herrenhaus ein international bekanntes Hotel. Es diente in mehreren Filmen als Drehort und Kulisse. Heute wird das Herrenhaus zusammen mit weiteren Nebengebäuden als Schlosshotel genutzt.

Das Herrenhaus und der Gutspark stehen seit 1984 unter Denkmalschutz.


Weitere Informationen sind im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de unter „Programm“ zu finden.

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