Wappen und Geschichte

„Das Wappen des Kreises zeigt im Wappenschild auf rotem Grund einen silbernen Schwan in Kampfstellung mit erhobenem rechten Bein und einer goldenen Krone um den Hals.“

Das Stormarner Wappen lässt sich bis ins ausgehende 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Erstmals im Siegel König Johanns von Dänemark 1476 nachgewiesen, führen es die dänischen Könige und die Herzöge des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf als Herrschaftsemblem für die Grafschaft Stormarn, die im Herzogtum Holstein aufgegangen ist.

Allerdings gehen Ursprung und Bedeutung des Wappens zurück in mittelalterliche und vormittelalterliche Zeit. Es gibt mehrere Deutungsvorschläge. Schon Konrad von Megenburg beschreibt den Schwan um 1350 als "ainer haizen Natur, davon ist er zornig". Dies kann als sprachliche Anknüpfung an "Stormarn" (evtl. "Sturmland") verstanden werden.

Heraldisch betrachtet ist es ein sogenanntes "redendes" Wappen, da der Schwan in Kampfstellung als symbolisch für die Landschaft zu verstehen ist - stürmisch und kampfbereit in seinem Wesen. 1867 wurde das Wappen der früheren Landschaft Stormarn für den neuen preußischen Landkreis übernommen. Mit einer über 500jährigen Tradition als Landschaftswappen ist das Kreiswappen eines der ältesten in Deutschland.

Hinweis: Das Kreiswappen darf als solches - in der oben gezeigten Fassung - nur vom Kreis Stormarn verwendet werden.

Stormarn-Symbol, gemeinfrei

Das „Stormarn-Symbol“ (oben) kann genehmigungsfrei und mit unbeschränktem Reproduktionsrecht heruntergeladen und in der hier angebotenen Form verwendet werden.

Der Verwendungszweck darf weder diskriminierend, kriminell, sittenwidrig, jugendgefährdend noch geeignet sein, das Ansehen des Kreises Stormarn oder seiner Repräsentanten zu beeinträchtigen.

Das Stormarn-Symbol in verschiedenen Formaten:

Stormarn-Symbol

In unserem Fotoarchiv haben wir eine Sammlung von verschiedenen Verwendungen des Stormarner Wappens und des Wappentiers eingerichtet.

Eine Besonderheit stellt dabei die Holzschnitzerei am Kleinen Sitzungszimmer dar.

Wappen der Städte, Ämter und Gemeinden im Kreis Stormarn finden Sie in unserer Kleinen Wappenrolle.

Aus der Geschichte:

Der Name "Stormarn" geht auf die Bezeichnung eines Volksstamms, Gaues bzw. einer späteren Grafschaft, zurück. Im Gebiet zwischen den Flüssen Stör, Trave, Bille und Elbe siedelten seit dem frühen Mittelalter die "Stormarii" oder "Stormere", die in der Hamburgischen Kirchengeschichte Adam von Bremens im 11. Jahrhundert genannt werden - neben den Dithmarschen und den Holsten.

  • Bis etwa 600 ist Storman von Sachsen bevölkert.
  • Um 600 und 700 siedelten im nordöstlichen Stormarn slawische Stämme. Bei derNütschauer Schanze sind heute noch auch Reste einer slawischen Ringwallanlage zu finden (Fotos hierzu). Mit dem Fresenburger Wallberg am Nordufer der Trave bei Bad Oldesloe ist einer der besterhaltenen Ringwälle slawischer Burganlagen zu finden.
  • Ab 810 entsteht der Limes Saxoniae (später auch Sachsenwall genannt) als Grenzregion zwischen Gebieten, die von sächsischen Stämmen (Christen) besiedelt worden sind und solche, in denen slawischen Stämme wohnen (Nicht-Christen)
  • 1111 erhält Graf Adolf von Schauenburg Holstein, Wagrien und Stormarn als Lehen
  • 1322 wird die Alster mit dem Teilungs- und Friedensvertrag von Oldesloe die Westgrenze Stormarns
  • 1460 wird König Christian I. von Dänemark zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein gewählt
  • 1526-29 wird der Alster-Beste-Trave-Kanal gebaut, der erste Versuch eine Wasserstraße zwischen Ostsee (Lübeck) und Nordsee (Hamburg) zu schaffen. Nach 20 Jahren kam allerdings schon das Ende
  • 1540 erhält Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf die stormarnschen Ämter Reinbek, Trittau Tremsbüttel
  • ab ca. 1575 lässt Peter Rantzau das Schloss Ahrensburg bauen
  • 1627 lagern Wallensteins Truppen während des Dreißigjährigen Kriegs im Schloss Trittau
  • 1762 werden die plön' schen Ämter Reinfeld und Rethwisch und
  • 1773 werden die altstormarnschen Ämter Trittau (nicht identisch mit dem heutigen Amt Trittau), Reinbek und Tremsbüttel mit dem königlichen Anteil (König Christian VII. von Dänemark und Norwegen) von Holstein vereinigt
  • 1867 wird nach dem Anschluss Schleswig-Holsteins an Preußen der Kreis Stormarn gebildet. Erster Landrat wird Wilhelm von Levetzau mit Sitz im Schloss Reinbek
  • 1873 wird Wandsbek Sitz der Kreisverwaltung
  • 1901 wird Wandsbek kreisfreie Stadt und bleibt dennoch Sitz der Kreisverwaltung
  • 1937 verliert Stormarn durch das Groß-Hamburg-Gesetz 12 Gemeinden an die Hansestadt und damit ca. 50 % seiner Einwohner sowie zwei Drittel seiner Wirtschaftskraft. Die bis dahin Hamburger Gemeinde Großhansdorf Schmalenbek fällt an Stormarn
  • 1943 wird die Verwaltung nach der Zerstörung des Stormarnhauses in Wandsbek durch Luftangriffe (Artikel mit Fotos hierzu) nach Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe verlegt
  • 1949 wird Bad Oldesloe offiziell Sitz der Kreisverwaltung
  • 1951 wählt der Stormarner Kreistag mit Erika Keck die erste Frau in Schleswig-Holstein zur Kreispräsidentin
  • 1952 werden die beiden ersten Bauabschnitte des heutigen Stormarnhauses(Gebäude A) an der Mommsenstrasse in Bad Oldesloe fertiggestellt. Das erste Stormarnhaus (1922 erbaut) beherbergt seit 1949 das Bezirksamt Wandsbek in Hamburg.
  • 1957 gründet der Kreis mit der "Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn" die mittlerweile älteste noch bestehende Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Deutschland, sie ist heute eine der Erfolgreichsten
  • 1967 werden vier weitere Bauabschnitte des Stormarnhauses fertiggestellt, darunter der Kreistagssitzungssaal und das "Hochhaus" (Gebäude BC und KT)
  • 1970 werden die Stormarner Gemeinden Glashütte und Harksheide sowie die Pinneberger Gemeinden Garstedt und Friedrichsgabe zur Stadt Norderstedt zusammengeschlossen und fallen an den Kreis Segeberg
  • 1976 macht der in den vergangenen Jahren gewachsene Raumbedarf einen weiteren Verwaltungsbau an der Mewesstrasse (Gebäude E) notwendig
  • 1978 schließen sich einige kleinere Gemeinden im Kreis zusammen, aus ursprünglich 74 entstehen die bis heute vorhandenen 55 Gemeinden
  • 1984 wird das alte Finanzamt an der Mommsenstrasse (Gebäude D) für die Kreisverwaltung umgebaut
  • 1985 bezieht die Straßenverkehrsbehörde/Zulassungsstelle im Bad Oldesloer Gewerbegebiet Rögen ein eigenes Gebäude (G) mit ausreichend Parkmöglichkeiten, nachdem es in der Mommsenstrasse viel zu eng wurde
  • 1991 beschliessen der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, die Landesregierung von Niedersachsen und die Landesregierung Schleswig-Holstein, ihre Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg zu verstärken. Seitdem ist Stormarn Mitglied der Metropolregion Hamburg
  • 1992 feiert der Kreis Stormarn sein 125jähriges Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür und der Herausgabe eines Geschichtsbandes
  • 1996 wird Europas größter Obst- und Gehölzlehrpfad auf einer Länge von 24 km zwischen Henstedt-Ulzburg und Blumendorf bei Bad Oldesloe eingerichtet
  • 1997 ist die Kreisverwaltung mit dem Neubau (Gebäude F) am Bahnhof auf mittlerweile sieben Verwaltungsgebäude angewachsen, sechs davon befinden sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes, ein weiteres Gebäude (Zulassungsstelle) befindet sich im Gewerbegebiet Rögen
  • 1998 ist der Kreis Stormarn nun auch im Internet zu finden
  • 1998 wählt der Kreis Stormarn als erster Kreis in Schleswig-Holstein seinen Landrat in einer Direktwahl
  • 2002 wird das gesamte Kreisgebiet in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) aufgenommen
  • 2004 richten die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg gemeinsam die Integrierte Regional Leitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe ein
  • ab 2008 wird die ehemals selbständige Gemeinde Tangstedt im Zuge der Kommunalreform als amtsangehörige Gemeinde vom Amt Itzstedt (Kreis Segeberg) verwaltet
  • 2013 tritt der Kreis Ostholstein der Integrierten Regional Leitstelle Süd (IRLS) bei
  • 2013 gründet der Kreis Stormarn zusammen mit den Städten Bad Oldesloe, Bargteheide, Reinbek und Reinfeld sowie den Ämtern Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land den IT-Verbund Stormarn, in den die jeweiligen IT-Bereiche übergehen
  • 2014 wird das Gebäude A um eine neue, dritte Etage aufgestockt, um dem zusätzlichen Raumbedarf durch neue Aufgaben zu begegnen

Interessantes in und aus Stormarn

Weitere Informationen finden Sie im Kreisarchiv Stormarn

Das RUNDUM-Magazin hat im Frühjahr 2008 mit einer kleinen Serie die Stormarner Geschichte in Form eines Interview mit Adam von Bremen (PDF, 805 KB) präsentiert. Einen Abdruck dieser Serie der Autorin Cordula Eickmann haben wir mit freundlicher Unterstützung durch den Maromi-Verlag hier aufgenommen.