Dichtheitsprüfung

Betreiber*innen von Grundstücksentwässerungsanlagen (in der Regel die/der Grundstücks- bzw. Hauseigentümer*in) sind dazu verpflichtet, die Dichtheit der Leitungen dieser Anlagen nachzuweisen. Dies regelt die DIN 1986 – Teil 30 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Instandhaltung“.

Ziel der DIN 1986 – Teil 30 ist es, diesen Teil der Abwasserentsorgung Kamerabefahrung eines Hausanschlusses, Undichtigkeit durch Wurzeleinwuchszu sichern, den Boden, das Grundwasser und die Trinkwasserversorgung vor Verunreinigungen aus undichten Leitungen zu schützen und das Eindringen von Grundwasser in die Leitungen zu verhindern und damit Kläranlagen vor zu viel Fremdwasser zu schützen. Als Abwasser bezeichnet man sowohl Niederschlags- als auch Schmutzwasser.

Auf dem Bild ist die Kamerabefahrung einer privaten Schmutzwasserleitung zu sehen, die durch Einwuchs von Wurzeln undicht geworden ist.

Fristen

Bis wann die Prüfung durchgeführt und wie oft diese wiederholt werden muss, hängt davon ab, ob es sich um eine private oder gewerbliche Anlage handelt, ob das Grundstück im Wasserschutzgebiet liegt und ob das öffentliche Kanalnetz bereits durch die Gemeinde saniert wurde.

   Erstprüfung  Wiederholungsprüfung
 häusliches Abwasser
 außerhalb von
 Wasserschutzgebieten 
 drei Jahre nach Sanierung des 
 öffentlichen Kanalnetzes, wenn
 die Sanierung nach dem
 31.12.2022 erfolgt

 bei Kanalnetzen, die bis zum
 31.12.2022 saniert wurden oder
 nicht sanierungsbedürftig sind,
 bis zum 31.12.2025
 nach 30 Jahren
 häusliches Abwasser
 im Wasserschutzgebiet
 unverzüglich,
 spätestens bis 2015
 Zone II: nach 5 Jahren
 Zone III: nach 15 Jahren
 gewerbliches
 Abwasser*
 unverzüglich,
 spätestens bis 2015
 vor Abwasser-
 Vorbehandlungsanlage:
 nach 5 Jahren
 nach Abwasser-
 Vorbehandlungsanlage:
 nach 15 Jahren

*Für Gewerbe-/Industriebetriebe, die Abwasser produzieren, das mit dem Gefährdungspotenzial des häuslichen Abwassers vergleichbar ist (weniger als die dreifache Konzentration des häuslichen Rohabwassers), gelten die zeitlichen und fachlichen Vorgaben für häusliches Abwasser.

Ausnahme: Nicht prüfpflichtig sind Leitungen, die gering verschmutztes Niederschlagswasser ableiten, welches aus reinen bzw. allgemeinen Wohngebieten stammt oder von industriell und gewerblich genutzten Grundstücken mit vergleichbarer Nutzung, bis zu einer befestigten Fläche von 1.000 m2 .

Durchführung/Ablauf

Wenn Sie Abwasser ableiten, ergeben sich für Sie folgende Pflichten:

* Einen Vordruck zur Bestätigung der Qualifikation von Unternehmen finden Sie in der Anlage 8.10 der Durchführungshinweise zur Umsetzung der DIN 1986 Teil 30 (Dichtheitsprüfung).

Weitere Hinweise

Eine Übersicht der Wasserschutzgebiete finden Sie im Geoportal der Metropolregion Hamburg oder auch im  Landwirtschafts- und Umweltatlas des Landes Schleswig-Holstein unter dem Thema Wasser/Grundwasser/Trinkwasserschutzgebiet.

Umfassende Informationen finden sich in den jeweiligen Wasserschutzgebietsverordnungen
Wasserschutzgebietsverordnung Norderstedt
Wasserschutzgebietsverordnung Glinde
Wasserschutzgebietsverordnung Bargteheide

Ausführliche Hinweise zur Dichtheitsprüfung erhalten Sie auf den Seiten des Landes Schleswig-Holstein unter:Durchführungshinweise zur Umsetzung der DIN 1986 Teil 30 (Dichtheitsprüfung)