Lexikon

Begriff: Baulücke

Zur Beurteilung, was eine Baulücke ist, wurden folgende Grundsätze entwickelt:

  • Eindruck der Geschlossenheit der vorhandenen Bebauung,
  • prägende Wirkung der Umgebung
  • Verkehrsauffassung
  • auch eine aufgelockerte Bebauung kann prägend wirken
  • geographisch-mathematische Maßstäbe können für die Beurteilung nicht herangezogen werden
  • Straßen, die ausschließlich oder nahezu ausschließlich einseitig bebaut sind, kommt nach der Rechtsprechung in der Regel eine trennende Wirkung zwischen Innen- und Außenbereich zu.



Immer wieder aber stellt sich die Frage, ob eine Freifläche zwischen zwei Gebäuden, die zwischen 80 und 100 m breit ist, als Baulücke gewertet werden muss und damit einen Bebauungszusammenhang nicht unterbricht.

Das OVG Schleswig hat in einem Beschluss, 1 L 151/01, zu dieser Problematik wie folgt Stellung genommen:

  • „...Die Annahme, eine unbebaute Fläche mit einer Ausdehnung von 80 m zwischen zwei Häusern sei zwingend dem Innenbereich zuzuordnen, trifft nicht zu. [...] [Der] Senat [hat] auf die Notwendigkeit einer Bewertung der gesamten örtlichen Verhältnisse hingewiesen und zu den konkreten örtlichen Verhältnissen (Entfernung zwischen den Häusern mehr als 100 m) ausgeführt, dass bei einer solchen Entfernung für die bauplanungsrechtliche Abgrenzung des Außenbereichs zum Innenbereich insbesondere die Struktur der vorhandenen Bebauung maßgeblich sei. [...]“



Beispiele aus der Rechtsprechung, die keine Baulücke - und damit keinen Bebauungszusammenhang - darstellen:

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