Lexikon

Begriff: Geschoss

Der Begriff "Geschoss" (allgemein) wird in der LBO nicht definiert, sondern als allgemein bekannt vorausgesetzt.

Ein Geschoss ist ein Teil eines Gebäudes und umfasst im Allgemeinen alle auf gleicher Ebene liegenden Räume des Gebäudes, die einen oberen Raumabschluss (Decke oder Dach) aufweisen und so hoch sind, dass sie in aufrechter Haltung begangen werden können.

Ein Geschoss muss demnach zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Es muss von Menschen betreten werden können.
    (d. h. bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind, werden von dem Begriff der Geschossigkeit nicht erfasst.)
  • Es muss sich um den überdeckten Teil eines Gebäudes handeln.
    (Damit muss dieser Bauteil aus einem begehbaren Fußboden und einer darüber liegenden Decke oder einem Dach bestehen.)

Allseitig geschlossene Räume oder seitlich raumabschließende Geschossaußenwände sind nach der Rechtsprechung für die Definition des Geschosses nicht notwendig.

So ist ein "fiktiver Raum" zwischen Geländeoberfläche und der Deckenoberkante eines auf Stützen stehenden Gebäudes oder Gebäudeteils ein Geschoss, z. B.

  • ein wandloser, ebenerdiger Stützenbereich als Eingangszone eines Hochhauses,
  • die offene Unterstellhalle für Kraftfahrzeuge,
  • die seitlich offenen, überdeckten Parkebenen eines Parkhauses,
  • ein Pfahlhaus.

Hohlräume zwischen der obersten Decke und der Bedachung, in denen Aufenthaltsräume nicht möglich sind, sind keine Geschosse (§ 2 Abs. 6 Satz 3 LBO).

Im § 2 LBO werden folgende Geschossarten genannt:

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