Lexikon

Begriff: Nachbarschutz

Ein/e Nachbarin/Nachbar eines Baugrundstücks ist normalerweise nicht unmittelbare/r Adressat/in einer bauaufsichtlichen Entscheidung oder Maßnahme. Dennoch muss sie/er nicht alle Entscheidungen und Maßnahmen der Bauaufsichtsbehörde und nicht jede (nicht baugenehmigungspflichtige oder nicht genehmigte) Bautätigkeit auf einem benachbarten Grundstück hinnehmen.

Wenn sich ein/e Nachbarin/Nachbar durch ein Vorhaben beeinträchtigt fühlt, kann sie/er sich an die zuständige Bauaufsichtsbehörde wenden. Dies sollte sehr früh nach Kenntnis von der Bautätigkeit erfolgen, damit ein Schaden, der der Bauherrin oder dem Bauherrn für den Fall eines Abbruchverlangens entstehen würde, möglichst gering gehalten wird.

Nachbarwidersprüche gegen erteilte Baugenehmigungen und Anträge auf Bauaufsichtliches Einschreiten gegen eine

können nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn die/der Nachbarin/Nachbar geltend machen kann, durch das genehmigte, genehmigungsfrei gestellte oder verfahrensfreie Vorhaben in ihren/seinen (öffentlich-rechtlich geschützten) Rechten verletzt (worden) zu sein (vgl. §§ 42 Abs. 2 und 113 Abs. 1 VwGO). Das wiederum ist nur der Fall, wenn mit der Ausführung des Vorhabens oder Erteilung der Baugenehmigung nachbarschützende Vorschriften verletzt werden oder worden sind.

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