11.03.2016

„Selbstverständlich gleichberechtigt!“ - ehemalige Justizsenatorin im BELLA DONNA HAUS

„Selbstverständlich gleichberechtigt!“ - ehemalige Justizsenatorin Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit begeisterte Stormarner Führungsfrauen und Politikerinnen

Anlässlich des Internationalen Frauentages fand das gemeinsame Netzwerktreffen von fif - Frauen in Führung und Verantwortung Stormarn und dem kommunalpolitischen Frauennetzwerk KOPF Stormarn am vergangenen Dienstag, den 08.03.2016 im BELLA DONNA HAUS in Bad Oldesloe statt.

Die ehemalige Justizsenatorin und Richterin Frau Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit begeisterte mit ihren Ausführungen und Feststellungen die rund 50 Gäste.

Der persönliche Einblick in ihr Buch „Selbstverständlich gleichberechtigt!“ (erschienen bei Hoffmann und Campe 2012) machte deutlich, wie lange und steinig der Weg für Frauen an die Macht sein kann und dass es auch heute noch einen langen Atmen braucht, die männlich geprägten und dominierten Strukturen aufzubrechen.

Peschel-Gutzeit ermutigte die interessierten Frauen, sich aktiv in Netzwerken zu bewegen und zu engagieren, Kontakte zu knüpfen und gemeinsam die Energien zu bündeln, damit mehr Frauen in Führungspositionen gelangen, auch in der Politik. Der gemeinsame Austausch helfe außerdem, die bei Frauen oft erlebte Mutlosigkeit geschlossen zu überwinden.

„Eine positive innere Haltung zu den eigenen Kompetenzen und das Bewusstsein, dass es Teil des Systems ist, auf dem Weg nach oben herausfordernde Instanzen zu durchlaufen, erleichtert den Weg nach oben“, stellte Peschel-Gutzeit fest.

Sie betonte in ihren Ausführungen, dass Frauen historisch gesehen noch nie so viele Rechte hatten wie heute. Trotzdem sei der Weg zur tatsächlichen Gleichberechtigung immer noch lang. Das Erreichen der Gleichberechtigung sei vor allem eine Sache der Erziehung und des Trainings - Frauen müssten lernen, Konflikte auszutragen und Macht anzustreben.

Wie das gelingen kann, hat die Juristin in ihrer langen Berufskarriere oft genug unter Beweis gestellt. Immer wieder war sie Pionierin, übernahm Aufgaben als erste Frau. In ihrem Vortrag gab sie einen Einblick in ihren reichen Erfahrungsschatz und berichtete, wie gut es sich anfühlen kann als mächtige Frau unter Männern. Das Buch „Selbstverständlich gleichberechtigt“ ist ein Aufruf, aktive Gleichberechtigung zu wagen.

Der internationale Frauentag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen.

Vor über 100 Jahren, im März 1911, wurde in Deutschland zum ersten Mal der Internationale Frauentag gefeiert. Weltweit nutzen Frauen seither alljährlich diesen Tag: Sie gehen an die Öffentlichkeit, um daran zu erinnern, was sie bereits erkämpft und erreicht haben. Sie machen darauf aufmerksam, dass sie für ihre Rechte eintreten und die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen dort einfordern, wo sie noch nicht verwirklicht ist.

Vorn: Bettina Spechtmeyer-Högel, Sabine Sabine Rauenberg (beide KOPF Stormarn), Dagmar Greiß, Astrid Lobreyer (beide BELLA DONNA HAUS); Mitte: Birte Kruse-Gobrecht (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Stormarn) und Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit (Justizsenatorin a.D., Referentin); Hinten: Irene Schumann, Christine Düster (beide fif Stormarn), Ingrid Buchwieser (BELLA DONNA HAUS)
auf dem Foto: Vorn: Bettina Spechtmeyer-Högel, Sabine Sabine Rauenberg (beide KOPF Stormarn), Dagmar Greiß, Astrid Lobreyer (beide BELLA DONNA HAUS);
Mitte: Birte Kruse-Gobrecht (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Stormarn) und Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit (Justizsenatorin a.D., Referentin);
Hinten: Irene Schumann, Christine Düster (beide fif Stormarn), Ingrid Buchwieser (BELLA DONNA HAUS)

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fif Stormarn – Frauen in Führung und Verantwortung in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst. Das Netzwerk fif, dem inzwischen mehr als 300 Frauen angehören, unterstützt Frauen, voneinander zu lernen und zu profitieren und damit die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Fif stellt die harmonische Verbindung von Privatleben und Beruf in den Vordergrund und macht Frauen Mut zur Karriere und kann Vorbild für weibliche Nachwuchstalente sein. Regelmäßig alle 2 Monate werden Veranstaltungen durch das Organisationsteam unter der Federführung von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises (Birte Kruse-Gobrecht) angeboten. Es werden Vorträge organisiert sowie Seminare, Workshops und auch Karrieretage veranstaltet.

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KOPF Stormarn - Das kommunalpolitische Frauennetzwerk hat sich auf Initiative der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn im Juni 2009 gegründet und arbeitet parteiübergreifend. Ziel des Netzwerkes ist es, die Kompetenzen von bereits tätigen Kommunalpolitikerinnen parteiübergreifend zu bündeln und zu stärken sowie politisch interessierten Frauen den Einstieg in die Politik zu erleichtern. Seit Gründung wurden mehrere Fachveranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen angeboten, da Hintergrundwissen, Rhetorik und Netzwerke wichtige Faktoren sind, um in der politischen Arbeit zu überzeugen. Für die Planung der Veranstaltungen von KOPF, die weitere Struktur und Inhalte des Netzwerkes ist das Steuerungs- und Organisationsteam zuständig, das von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises (Birte Kruse-Gobrecht) geleitet wird.

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BELLA DONNA - Ein Haus von Frauen e.V. ist ein außergewöhnliches Projekt: Ein Haus - von Frauen ehrenamtlich geschaffen - mit dem Ziel, für Menschen einen Ort für ARBEIT, BEGEGNUNG, KULTUR und SOZIALES zu verwirklichen. Mit diesem Projekt geht es um ein basisdemokratisches Miteinander, um eine Förderung der in der Gesellschaft vernachlässigten positiven weiblichen Anteile des menschlichen Füreinander Stehens, der Wertschätzung und der Achtsamkeit. Die „Bellas“ wollen den Wandel in Richtung auf eine gerechtere Gesellschaft fördern und Lebens- und Arbeitsbedingungen initiieren, die allen ein Stück mehr Lebensqualität bringen. Das Haus ist ein sichtbares Zeichen gelebter Frauenpolitik und belegte in 2015 den ersten Platz bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises des Landes Schleswig-Holstein.