Lexikon

Begriff: Außenbereich

Außenbereich ist alles, was nicht durch einen Bebauungsplan überplant ist und was nicht Bestandteil eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils ist.


Das OVG Schleswig hat in seinem Urteil vom 04.12.1996 - 1 L 264/95 - den Begriff des Außenbereichs wie folgt umschrieben:

  • "... Der Begriff Außenbereich kann daher nicht mit Vorstellungen wie etwa der "freien Natur", der "Stadtferne" oder der "Einsamkeit" verbunden werden. Mit dem Begriff Außenbereich ist auch nicht festgelegt, daß die Außenbereichsfläche in einem naturalistisch-geographischen Sinne außen liegt. Wegen der erforderlichen negativen Abgrenzung des Außenbereiches können Außenbereichsflächen auch in solchen Gebieten liegen, die in einem größeren Rahmen von Bebauung umgeben sind. Wo die Grenze eines im Zusammenhang bebauten Ortsteiles und damit die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich verläuft, läßt sich nicht unter Anwendung von geographisch-mathematischen Maßstäben bestimmen, sondern bedarf einer Beurteilung aufgrund einer Wertung und Bewertung des konkreten Sachverhalts. Grundsätzlich endet der im Zusammenhang bebaute Ortsteil mit der letzten Bebauung. Die sich hier anschließenden Flächen gehören zum Außenbereich. Ein Grundstück am Rande eines Ortsteiles im Sinne des § 34 Abs. 1 BauGB liegt daher in aller Regel nicht innerhalb des Bebauungszusammenhanges. Ob ein unbebautes Grundstück, das sich an einen Bebauungszusammenhang anschließt, diesen Bebauungszusammenhang fortsetzt oder ihn unterbricht, hängt davon ab, inwieweit nach der maßgeblichen Betrachtungsweise der Verkehrsauffassung die aufeinanderfolgende Bebauung trotz vorhandener Baulücken den Eindruck der Geschlossenheit bzw. der Zusammengehörigkeit vermittelt. Ein sich an die Bebauung anschließendes Grundstück kann nur dann Teil des Innenbereiches sein, wenn es von der vorhandenen Bebauung in der Umgebung im Sinne einer Bebaubarkeit geprägt ist, wenn es also nach der Verkehrsanschauung als Bauland beurteilt wird..."



Beispiel für eine städtebaulich unerwünschte Anschlussbebauung in den Außenbereich hinein:


Der Außenbereich soll grundsätzlich nicht bebaut werden. Nur solche Vorhaben, die in den Außenbereich "hinein gehören", sollen im Außenbereich zulässig sein (die sog. privilegierten Vorhaben). Dazu zählen z.B. land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Mobilfunkanlagen, Windkraftanlagen usw.

Daneben können im Außenbereich auch sonstige Vorhaben zugelassen werden, wenn durch das Vorhaben öffentliche Belange nicht beeinträchtigt werden und die Erschließung gesichert ist. § 35 BauGB als Rechtsgrundlage für die Zulassung solcher Vorhaben nennt eine ganze Reihe von öffentlichen Belangen, die nicht beeinträchtigt werden dürfen, z.B. die Darstellungen des Flächennutzungsplanes, Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, das zu befürchtende Entstehen, Erweitern oder Verfestigen einer Splittersiedlung usw.


Den Wortlaut des § 35 BauGB können Sie beispielsweise nachlesen unter:

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