Lexikon

Begriff: bauliche Anlage

Der Begriff "bauliche Anlage" wird im § 2 Abs. 1 LBO definiert.

Nach § 2 Abs. 1 Satz 1 LBO sind bauliche Anlagen mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen; eine Verbindung mit dem Boden besteht auch dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht oder auf ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest genutzt zu werden.

Obwohl die nachfolgenden Anlagen - streng genommen - die vorstehenden Merkmale (manchmal) nicht oder nicht vollständig erfüllen, sind sie nach § 2 Abs. 1 Satz 2 LBO bauliche Anlagen:

  • 1. Aufschüttungen und Abgrabungen,
  • 2. Lagerplätze, Abstellplätze und Ausstellungsplätze, ausgenommen Bootslagerplätze am Meeresstrand,
  • 3. Zelt- und Campingplätze,
  • 4. Stellplätze für Kraftfahrzeuge und deren Zufahrten, Abstellanlagen für Fahrräder,
  • 5. künstliche Hohlräume unter der Erdoberfläche,
  • 6. Sport- und Spielplätze,
  • 7. Bolz- und Kinderspielplätze,
  • 8. Freizeit- und Vergnügungsparks,
  • 9. Golfplätze,
  • 10. Sportboothäfen
  • 11. Gerüste und
  • 12. Hilfseinrichtungen zur statischen Sicherung von Bauzuständen.



Bau- oder Imbisswagen, die regelmäßig oder für eine bestimmte Dauer auf einem Grundstück außerhalb eines Marktes abgestellt werden, erfüllen den Begriff der "bauliche Anlage".

Erläuterung der Unterschiede zwischen baulichen Anlagen nach § 2 Abs. 1 Satz 1 LBO und gleich gestellten Anlagen nach § 2 Abs. 1 Satz 2 LBO:

  • ein Kfz-Stellplatz, der mit Baustoffen befestigt ist, fällt unter Satz 1,
  • eine unbefestigte Rasenfläche, auf der regelmäßig ein Kfz abgestellt wird, fällt unter Satz 2,
  • ein Lagerplatz, der befestigt und/oder eingezäunt ist, fällt unter Satz 1,
  • eine unbefestigte und nicht eingezäunte Fläche, auf der regelmäßig oder nicht nur kurzfristig etwas abgelagert wird, fällt unter Satz 2.


Den Wortlaut des § 2 LBO finden Sie unter

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