Lexikon

Begriff: festgelegte Geländeoberfläche

Die festgelegte Geländeoberfläche ist die in einem Bebauungsplan festgesetzte oder in der Baugenehmigung oder Teilbaugenehmigung bestimmte Geländeoberfläche; andernfalls gilt die Höhe der natürlichen Geländeoberfläche als festgelegt (§ 2 Abs. 4 Satz 3 LBO).

Bei dem Begriff der Geländeoberfläche wird man in der Regel von der natürlichen Geländeoberfläche ausgehen, also dem vorhandenen bzw. „gewachsenen“ Boden vor Beginn der Bauarbeiten. Diese Geländeoberfläche ist nicht künstlich durch Abgrabungen oder Aufschüttungen verändert.

Die Geländeoberfläche ist wichtiger Bezugspunkt insbesondere für

  • die Einteilung der Gebäude in Gebäudeklassen (§ 2 Abs. 4 Satz 2 LBO),
  • die Ermittlung der Zahl der oberirdischen Geschosse (§ 2 Abs. 7 Satz 1 LBO),
  • die Tiefe der Abstandflächen (§ 6 Abs. 4 Satz 2 LBO),
  • die Bemessung der mittleren Wandhöhe für Garagen (§ 6 Abs. 7 Satz 2 Nr. 2 LBO),
  • die Rettungswege (§ 34 Abs. 3 Satz 1 LBO),
  • die Höhe der verfahrensfreien Werbeanlagen in festgesetzten Gewerbe-, Industrie- und vergleichbaren Sondergebieten an der Stätte der Leistung (§ 63 Abs. 1 Nr. 11 Buchstabe f) LBO)


Merke:

  • Das natürlich vorhandene Gelände darf grundsätzlich nicht verändert werden.


Es ist zwar zulässig, geringfügige Abgrabungen (z. B. Lichtschächte) oder Aufschüttungen (z. B. Terrassen) vorzunehmen, grundsätzlich aber nicht solche, die die Geländeoberfläche verändern (wie etwa die Abgrabung über eine gesamte Seite eines Hauses).

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