Lexikon

Begriff: Gebäude

Gebäude sind nach § 2 Abs. 3 LBO

  • selbständig benutzbare,
  • überdeckte
  • bauliche Anlagen,
  • die von Menschen betreten werden können und
  • geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen.


Nach der vorstehenden Begriffsdefinition ist ein Gebäude ein Unterfall einer baulichen Anlage.

(Funktional) Selbständig benutzbar sind zum Beispiel ein Reihenmittelhaus, ein Reihenendhaus oder ein angebautes Nebengebäude, nicht hingegen eine Etagenwohnung in einem Hochhaus.

Überdeckt ist beispielsweise eine bauliche Anlage, die ein Dach zum Schutz vor Regen, Schnee oder anderen Witterungseinflüssen besitzt; Bepflanzungen oder natürlicher Bewuchs sind regelmäßig keine Überdeckung in diesem Sinne.

Nicht gefordert ist, dass ein Gebäude neben einer Überdeckung räumlich vollkommen umschlossen sein muss. Deshalb ist auch ein überdachter Freisitz, eine überdachte Terrasse, ein Buswartehäuschen oder ein überdachter Stellplatz für Kfz (frei stehend oder angebaut) ein Gebäude.

Von Menschen betretbar ist eine bauliche Anlage, in die man in aufrechter, gewöhnlicher Haltung hinein gehen kann; geeignete Eintrittsmöglichkeiten, wie z.B. Türen oder Türöffnungen, müssen vorhanden sein.

Es gibt sowohl Hauptgebäude (z.B. freistehende Wohngebäude als auch Nebengebäude (z.B. Schuppen). Deshalb muss ein Gebäude nicht unbedingt einen Aufenthaltsraum besitzen.

§ 2 Abs. 4 LBO teilt die Gebäude in fünf Gebäudeklassen ein. Diese Einteilung erfolgt mit Blick auf

  • Abstandflächen (vgl. § 6 Abs. 3 Nr. 2 und Abs. 5 Satz 2 LBO),
  • brandschutztechnische Anforderungen
    (vgl. §§ 28 bis 33, 35 bis 37, 40 bis 42 und 46 LBO) und
  • sonstige Anforderungen
    (vgl. § 49 Abs. 2 S. 2, § 63 Abs. 1 Nr. 10 Buchstabe c und Abs. 3, § 65 Abs. 4,
    § 68 Abs. 1 S. 1 Nr.1, § 70 Abse. 2 bis 5 sowie § 78 Abs. 5 S. 1 LBO).


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