Lexikon

Begriff: Doppelhaus

Den Begriff Doppelhaus gebraucht die Baunutzungsverordnung lediglich in § 22 Abs. 2
(vgl. http://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__22.html).

Ein Doppelhaus bilden nur solche Gebäude, die an einer gemeinsamen Grundstücksgrenze aneinander gebaut sind.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Merkmale eines Doppelhauses in seinem Urteil vom 24.02.2000 – 4 C 12.98 – wie folgt herausgestellt (Leitsätze):

  • 1. Ein Doppelhaus im Sinne des § 22 Abs. 2 BauNVO ist eine bauliche Anlage, die dadurch entsteht, daß zwei Gebäude auf benachbarten Grundstücken durch Aneinanderbauen an der gemeinsamen Grundstücksgrenze zu einer Einheit zusammengefügt werden.
  • 2. Das Erfordernis der baulichen Einheit ist nur erfüllt, wenn die beiden Gebäude in wechselseitig verträglicher und abgestimmter Weise aneinander gebaut werden. Insoweit ist die planerische Festsetzung von Doppelhäusern in der offenen Bauweise nachbarschützend.
  • 3. Kein Doppelhaus entsteht, wenn ein Gebäude gegen das andere so stark versetzt wird, daß es den Rahmen einer wechselseitigen Grenzbebauung überschreitet, den Eindruck eines einseitigen Grenzanbaus vermittelt und dadurch einen neuen Bodennutzungskonflikt auslöst.

Das Urteil ist beispielsweise über folgenden Link abrufbar:

In seinen Beschlüssen

hat der 4. Senat des Bundesverwaltungsgerichts diese Auffassung wiederholt bekräftigt.

Sind zwei Gebäude zwar aneinander gebaut, verläuft aber zwischen ihnen keine gemeinsame Grundstücksgrenze, handelt es sich hingegen um ein Einzelhaus.

Die Darstellungsform des Doppelhauses im Bebauungsplan ergibt sich aus Ziffer 3.1.2 der Anlage zur Planzeichenverordnung,
siehe unter
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/planzv_90/gesamt.pdf

Abgrenzungen und weiterführende Informationen siehe unter

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