Lexikon

Begriff: Grundstück

Sowohl das Bauplanungsrecht als auch das Bauordnungsrecht verwenden den Begriff des Grundstückes, ohne ihn näher zu bestimmen. Von Bedeutung ist der Begriff in Zusammenhang mit der Erschließung eines Bauvorhabens, den einzuhaltenden Abstandflächen, der Ermittlung der GFZ bzw. GRZ, aber auch der Höhe der Erschließungsbeiträge usw.

Beim Grundstück im bauordnungsrechtlichen Sinne ist im Regelfall vom Buchgrundstück auszugehen,
vgl. z. B. OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. vom 18.03.2014 – 2 B 256/14 -, u. a. unter
https://openjur.de/u/683083.html
(siehe dort unter Rn. 34).

Damit ist das Grundstück im Sinne des bürgerlichen Rechts gemeint. Es ist ein räumlich abgegrenzter Teil der Erdoberfläche, der im Bestandsverzeichnis des Grundbuchblattes unter einer Nummer eingetragen ist, ohne Rücksicht darauf, wie es wie es genutzt wird und ob es eine wirtschaftliche Einheit mit anderen Grundstücken bildet. Mehrere Flurstücke können ein Buchgrundstück bilden.

Auch im Bauplanungsrecht gilt der bürgerlich-rechtliche Grundstücksbegriff. Das Planungsrecht verwendet dabei die Bezeichnungen „Grundstück“ (vgl. § 1 Abs. 1 BauGB) bzw. „unbebautes Grundstück“ (vgl. z. B. § 85 Abs. 1 Nr. 2, § 176 Abs. 2 und § 183 Abs. 1 BauGB). Ausnahmen sind dann vertretbar, wenn bei Verwendung des grundbuchrechtlichen Begriffs die Gefahr entstände, dass der Sinn einer bestimmten bau- und bodenrechtlichen Regelung handgreiflich verfehlt würde (s. aber auch zur Verwendung des Begriffes "Bauland" die Ausführungen unter Geschossflächenzahl oder Grundflächenzahl)

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