Lexikon

Begriff: Splittersiedlung

Im Außenbereich nicht nach § 35 Abs. 1 BauGB bevorrechtigt zulässige sonstige Vorhaben nach § 35 Abs. 2 BauGB dürfen öffentliche Belange nicht beeinträchtigen.

Wann eine solche Beeinträchtigung öffentlicher Belange vorliegt, wird im § 35 Abs. 3 BauGB definiert, dessen Aufzählung nicht abschließend ist: --> siehe http://dejure.org/gesetze/BauGB/35.html.

So kann einem Vorhaben z.B. entgegengehalten werden, dass dessen Realisierung die Entstehung, Verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung befürchten ließe.

Unter den Begriff der Splittersiedlung können alle Anlagen fallen, die zum – u.U. auch nur gelegentlichen - Aufenthalt von Menschen bestimmt sind. Schon die erste Errichtung eines Wohngebäudes berechtigt zur Befürchtung des Entstehens einer Splittersiedlung mit einer damit verbundenen negativen Vorbildwirkung.

Zielsetzung der Vorschrift des § 35 Abs. 3 BauGB ist es, die unorganische Siedlungsstruktur und Zersiedlung des Außenbereichs zu verhindern.

Eine Splittersiedlung ist gekennzeichnet durch:


Die Zahl der Gebäude ist nicht ausschlagggebend, sondern vielmehr, dass es sich um eine ungeordnete Ansammlung von Gebäuden handelt, die keine städtebauliche Funktion erfüllen (im Gegensatz beispielsweise zu der durch die Betriebsform bedingten Streubebauung). Anlagen, die in keinem Fall zum Aufenthalt von Menschen geeignet sind, auch in keinem funktionalen Zusammenhang mit einer Wohnnutzung stehen, können keine Splittersiedlung begründen.


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