25.06.2026

Hitze wird zum wachsenden Gesundheitsrisiko im Kreis Stormarn

Asklepios Klinik Bad Oldesloe und Kreis Stormarn rufen zu verstärktem Hitzeschutz auf

Längere Hitzeperioden und steigende Temperaturen entwickeln sich zunehmend zu einer gesundheitlichen Herausforderung für die Menschen im Kreis Stormarn. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Hitzerisikoanalyse, die klimatische Entwicklungen, Bevölkerungsstruktur und gesundheitliche Auswirkungen extremer Wärme untersucht.

Die Analyse zeigt: Obwohl die Hitzebelastung in Stormarn im bundesweiten Vergleich bislang moderat erscheint, ist die Anfälligkeit der Bevölkerung vergleichsweise hoch.

„Hitze ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits heute ein relevantes Gesundheitsrisiko für die Menschen in Stormarn“, sagt Dr. Tobias Roosen-Runge, Spezialist für umweltbezogenen Gesundheitsschutz beim Kreis Stormarn.

Deutlicher Zusammenhang zwischen Hitze und Sterblichkeit

Die Auswertung von Sterbefällen belegt einen klaren Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und gesundheitlichen Risiken. So werden an heißen Tagen im Kreis Stormarn vermehrt Sterbefälle registriert, insbesondere aufgrund von Herzkreislauf- und Lungenerkrankungen. Betroffen sind dabei nicht nur Hochbetagte, sondern auch Menschen unter 80 Jahren, die im häuslichen Umfeld leben.

Besonders gefährdet sind die südlichen Bereiche des Kreises sowie die städtisch geprägten Regionen. Gleichzeitig leben dort überdurchschnittlich viele Menschen über 65 Jahre – eine Bevölkerungsgruppe, die als besonders hitzeempfindlich gilt.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass Hitzeschutz ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge sein sollte“, betont Roosen-Runge. „Der Kreis Stormarn entwickelt aktuell Warn- und Kommunikationsstrukturen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und soziale Einrichtungen sowie ambulante Versorgungsangebote gezielt zu unterstützen.“

Mehr hitzebedingte Notfälle in den Kliniken

Auch die Asklepios Klinik Bad Oldesloe beobachtet die Folgen steigender Temperaturen im Klinikalltag. An heißen Tagen nehmen Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Flüssigkeitsmangel deutlich zu.

„Stormarn verfügt über eine vergleichsweise ältere Bevölkerungsstruktur. Deshalb behandeln wir in unserer Notaufnahme regelmäßig ältere Patientinnen und Patienten mit Austrocknung, medizinisch Exsikkose genannt“, erklärt Privatdozent Dr. Ralph Tölg, Ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Bad Oldesloe. „Vor allem bei gleichzeitig bestehenden Infektionen steigt der Flüssigkeitsbedarf erheblich, wodurch sich das Risiko für schwerwiegende Komplikationen erhöht.“

Neben Verwirrtheitszuständen können Hitzefolgen zu Nierenversagen, Thrombosen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen.

„Als Klinik mit besonderer Expertise in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in der Akutgeriatrie sehen wir uns in der Verantwortung, frühzeitig über Risiken aufzuklären und präventiv zu handeln – idealerweise bevor eine medizinische Behandlung erforderlich wird“, so Tölg.

Hitzeschutz als gemeinsame Aufgabe

Für Silke Nowak, Fachkrankenschwester für Hygiene an der Asklepios Klinik Bad Oldesloe, ist Hitzeschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe:

„Neben medizinischen Einrichtungen sind Kommunen, Pflegeeinrichtungen, Angehörige und jede Bürgerin und jeder Bürger gefragt. Durch Aufklärung, Vorsorge und gegenseitige Aufmerksamkeit lassen sich viele hitzebedingte Gesundheitsprobleme vermeiden.“

Die Klinik hat bereits ein eigenes Hitzeschutzkonzept etabliert. Dazu gehören interne Warnsysteme für Mitarbeitende, verschattete Aufenthaltsbereiche im Freien, Sonnenhüte für Patientinnen und Patienten sowie kostenfreie Sonnenschutzmittel.

„Darüber hinaus bieten wir an heißen Tagen allen Menschen einen kühlen Aufenthaltsort und Zugang zu Trinkwasser an, wenn sie unter der Hitze leiden. Als Gesundheitsdienstleister sehen wir uns hier klar in der Verantwortung“, sagt Nowak.

Empfehlungen für heiße Tage

Die Expertinnen und Experten empfehlen:

  • Direkte Sonneneinstrahlung meiden sowie leichte Kleidung und eine helle Kopfbedeckung tragen.
  • Wohnräume in den frühen Morgenstunden lüften und tagsüber abdunkeln.
  • Körperlich anstrengende Tätigkeiten möglichst in die Morgenstunden verlegen.
  • Regelmäßige Ruhepausen einlegen.
  • Leichte Kost wie Gemüse, Obst oder Fisch bevorzugen.
  • Mehr trinken als gewöhnlich, Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke vermeiden.
  • Über den Tag verteilt regelmäßig Wasser trinken – auch ohne Durstgefühl.
  • Auf alleinlebende oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen achten.
  • Kinder und Haustiere niemals in geparkten Fahrzeugen zurücklassen.
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Hitzeschutz gewinnt weiter an Bedeutung

Angesichts des Klimawandels wird Hitzeschutz künftig ein zentraler Baustein kommunaler Gesundheitsvorsorge sein. Gleichzeitig kann jede und jeder Einzelne durch einfache Vorsorgemaßnahmen dazu beitragen, gesundheitliche Risiken zu verringern und besonders gefährdete Menschen wirksam zu schützen.

Auf der Informationsplattform des Kreises Stormarn unter www.kreis-stormarn.de/go/hitzeschutz finden Sie weitere Informationen zum Thema Hitzeschutz – darunter praktische Hinweise und Tipps sowie eine digitale Karte der kühlen Orte.