02.07.2026

Kulturfonds Stormarn – der innovative Kulturpreis wird vergeben an: Wir sind da // Ich höre hin

Preisträgerprojekt aus dem Bereich Literatur und Demokratieförderung stellt das Zuhören in den Mittelpunkt

Der diesjährige Preisträger des Kulturfonds Stormarn – der innovative Kulturpreis steht fest: Mit dem Projekt „Wir sind da // Ich höre hin“ konnte das Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Oldesloe die Jury, bestehend aus politischen Vertreterinnen und Vertretern sowie Fachjuroren, und den Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kreises Stormarn überzeugen.

Bei „Wir sind da // Ich höre hin“ steht das Zuhören im Vordergrund

"Wir sind da // Ich höre dich" ist ein teilhabeorientiertes Literatur- und Demokratieprojekt der Kulturvermittlerin und Literatin HannaH Rau in Zusammenarbeit mit dem BBZ Bad Oldesloe und der Stadt Bad Oldesloe. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung durch den Kulturfonds Stormarn und die damit verbundene Förderung. Das Projekt „Wir sind da // Ich höre dich“ schafft für unsere Schülerinnen und Schüler wertvolle Räume für Kultur, Demokratiebildung, Perspektivwechsel und bewusstes Zuhören. Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Oldesloe und auf die erneute Kooperation mit Hannah Rau,“ so Kai Aagardt, Schulleiter und Geschäftsführer des BBZ Bad Oldesloe.

Die Idee hinter dem Projekt ist, dass Jugendliche in mehreren Schreibwerkstätten eigene Beiträge zu Themen aus dem Bereich Demokratie, digitaler Öffentlichkeit und gesellschaftlichem Wandel verfassen. Wichtig dabei ist, dass sie ihre eigene Positionierung in den Texten erarbeiten und somit auch eine persönliche Haltung entwickeln. Bei der Erstellung und Lesung der Texte unterstützt HannaH Rau die Jugendlichen. Ein wesentlicher Aspekt des Projektes ist, dass die Beiträge der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Dabei kommt ein besonders Format zum Einsatz, denn es ist geplant, dass die Jugendlichen ihre Texte zunächst jeweils nur einer einzigen erwachsenen Person vorlesen. So entsteht eine konzentrierte Begegnung ohne Diskussion, Bewertung oder digitale Ablenkung - nur Zuhören. Die Lesungen finden an unterschiedlichen Orten im Kreis Stormarn statt. Zum Projektfinale folgt eine große öffentliche Abschlussveranstaltung mit Lesung und moderiertem Gespräch über Zuhören, gesellschaftliche Verantwortung und demokratische Kultur. „Das Projekt "Wir sind da // Ich höre hin“ verbindet Generationen durch Kultur und schafft Raum für das, was oft zu kurz kommt: Zuhören, Verstehen und Begegnungen auf Augenhöhe. So entstehen Verbindungen, die lange nachwirken“, so Merle Lungfiel, Geschäftsführerin beim Landeskulturverband Schleswig-Holstein e.V. und Juryvorsitzende.

Kultur und Demokratie als aktive gesellschaftliche Praxis

Für die Jury schafft das Projekt durch sein dialogisches Miteinander, seinem intergenerationellen Ansatz und der Fokussierung des Verlustes von Begegnungsräumen einen Raum, in dem Menschen ins Gespräch kommen. Besonders innovativ sieht die Jury den Aspekt der 1:1-Lesungen und des aktiven Zuhörens sowie die literarische Vermittlungsform und Teilhabeaspekte für die Einwohnerinnen und Einwohner Stormarns.

Das Projekt reagiert damit auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie Polarisierung, Desinformation und den Verlust echter Begegnungsräume. Jugendliche setzen sich kreativ mit Fragen auseinander wie: Wer wird gehört? Wie beeinflussen Medien unsere Wahrnehmung? Was bedeutet demokratische Haltung heute? Kunst wird dabei als demokratischer Erfahrungsraum verstanden. Das Projekt verbindet kulturelle Bildung, Demokratiebildung und Medienreflexion. Es stärkt Selbstwirksamkeit, Ambiguitätstoleranz und intergenerationellen Dialog. Gleichzeitig erprobt es neue demokratische Begegnungsräume und versteht Kultur als aktive gesellschaftliche Praxis. „Wir sind da // ich höre hin“ ist ein besonders innovatives Projekt, das Kunst und Demokratie verbindet, in die Tiefe geht und den Meinungen junger Menschen besonderen Respekt zollt. Ich bin sehr gespannt, welche Impulse aus den 1:1 Gesprächen für den Kreis Stormarn entstehen werden – bei den Teilnehmenden und darüber hinaus,“ so Harriet Völker, Programmreferentin beim Bundesprogramm Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken und Jurymitglied.

Die Jury

Politischer Teil der Jury: Kirstin Krochmann, Kulturpolitische Sprecherin und Vorsitzende SKSA für die CDU-Fraktion, Felix Beyersdorff, Kulturpolitischer Sprecher für die SPD-Fraktion, Gabriela Späte, Kulturpolitische Sprecherin für FDP-Fraktion und Uwe Schreiber, Kulturpolitischer Sprecher für Bündnis 90 Die Grünen.

Fachjury: Merle Lungfiel, Geschäftsführerin Landeskulturverband Schleswig-Holstein e.V. (Juryvorsitz), Timo Lübben, Kreisjugendring Stormarn e.V., Harriet Völker, Programmreferentin beim Bundesprogramm Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken sowie Lisa Lüth, musikalische Leitung der Musikschule, Klangperle gGmbH in Reinbek.

Ausschussmitglieder beglückwünschen das Preisträgerprojekt des Kulturfonds 2026
v. l. n. r.: Petra Grüner, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Grüne, vertretendes Mitglied im Schul- Kultur- und Sportausschuss des Kreises Stormarn; Mara Novak, CDU Kreistagsfraktion und Mitglied im Schul- Kultur- und Sportausschuss; Angela Tsagkalidis, Kulturpolitische Sprecherin für Bündnis 90/ Grüne Kreistagsfraktion; Kerstin Knieriem, Stellvertretende Schulleiterin BBZ-Bad Oldesloe; Felix Beyersdorff, Kulturpolitischer Sprecher SPD Kreistagsfraktion; Gabriela Späte, Kulturpolitische Sprecherin FDP Kreistagsfraktion; Joachim Wagner, Fraktionsvorsitzender CDU Kreistagsfraktion; Kirstin Krochmann, Kulturpolitische Sprecherin CDU Kreistagsfraktion; Micha Garber, Stellvertretende Schulleiter und Stellvertretender Geschäftsführer BBZ-Bad Oldesloe; Juliane Ebert-Schulz, CDU Bürgerliches Mitglied im Schul- Kultur- und Sportausschuss; Tanja Lütje, Kreiskulturreferentin, Leitung Stabsbereich 84 Kultur des Kreises Stormarn

Demokratie und Kultur

Mit dem Schwerpunkt Demokratie und Kultur fördert der Kreis Stormarn durch die Vergabe des innovativen Kulturpreises – Kulturfonds Stormarn Projekte, die durch kreative Ansätze zu einem positiven Wandel, zu mehr gesellschaftlichem Austausch und zur Entwicklung innovativer Ideen beitragen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein künstlerische Ergebnisse, sondern vor allem Prozesse, Experimente und Forschungsfragen: Wie können Methoden und partizipative Projekte kulturelle Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und zivilgesellschaftliches Engagement stärken? Der innovative Preis zeichnet zudem den Mut zum Experiment und zur Zusammenarbeit aus.

Der Kulturfonds Stormarn ist der innovative Kreiskulturpreis des Kreises Stormarn mit jährlicher Ausschreibung zu vorher definierten Themenschwerpunkten. Der Preis ist mit einer Fördersumme von 10.000 € zur Umsetzung der Projektidee ausgestattet und wird vom Stabsbereich Kultur begleitet. Das diesjährige Gewinnerprojekt wird mit 6.700 Euro gefördert. Alle Informationen zum Projekt finden Interessierte unter www.kultur-stormarn.de