Kurze Wege, klare Prozesse: Ausländerbehörde und Migrationsberatung besiegeln engere Zusammenarbeit
Die Ausländerbehörde des Kreises Stormarn und die Migrationsberatungsstellen des Ev.-Luth. Kirchenkreis Plön-Segeberg - Diakonisches Werk (nördliches Kreisgebiet) und der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein e.V. – AWO Interkulturell (südliches Kreisgebiet) arbeiten weiter eng zusammen. Mit der Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung setzen die Kooperationspartner ein wichtiges Zeichen für eine effiziente Verwaltung und eine verbesserte Integration von Migrantinnen und Migranten.
In Zeiten steigender Fallzahlen und komplexer rechtlicher Rahmenbedingungen ist eine reibungslose Kommunikation zwischen Behörden und Beratungsdiensten entscheidend. Ziel der nun geschlossenen Vereinbarung ist es, die Schnittstellen zwischen der hoheitlichen Verwaltung und der unabhängigen Beratung weiter zu optimieren.
Die Komplexität des Aufenthaltsrechts stellt sowohl Migrantinnen und Migranten als auch Behördenmitarbeitende vor große Herausforderungen. Oft führen fehlendes Wissen über Zuständigkeiten oder unvollständige Unterlagen zu langen Bearbeitungszeiten und Frustration.

Die unterzeichnete neue Kooperationsvereinbarung
Prävention durch Aufklärung
„Integration gelingt besser, wenn die Regelungen des Rechtsstaates und die Arbeitsweise der Verwaltung verstanden werden“, erklärt Carsten Frerichmann-Brandt, Leiter der Ausländerbehörde. Durch die Vereinbarung wird sichergestellt, dass Ratsuchende bereits in der Beratungsstelle lernen, warum bestimmte Mitwirkungspflichten bestehen und wie ein Verwaltungsverfahren abläuft. Dies fördert die Akzeptanz von Entscheidungen und erhöht die Qualität der eingereichten Anträge. Die enge Zusammenarbeit trägt dazu bei, Verwaltungsprozesse zu erleichtern und zu beschleunigen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit, Orientierung und gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Effizienz für die Verwaltung, Sicherheit für Migrantinnen und Migranten
Die Beraterinnen und Berater der Beratungsstelle erhalten im Gegenzug tiefergehende Einblicke in die internen Abläufe der Behörde. „Unser Ziel ist es, dass die Klienten nicht nur wissen, was sie tun müssen, sondern auch warum“, betont Jennifer Risch-Kühn, Leitung der Migrationssozialarbeit des Diakonischen Werks für die Kreise Segeberg und Stormarn. „Ein besseres Systemverständnis nimmt die Angst vor der Behörde und befähigt die Menschen, ihre Anliegen gut vorbereitet zu verfolgen.“
Die wichtigsten Eckpunkte der Vereinbarung:
- Regelmäßiger Austausch: Halbjährliche Treffen zur Klärung struktureller Fragen.
- Feste Kommunikationswege: Benennung von Ansprechpartnern für dringende Rückfragen.
- Gemeinsame Informationsangebote: Informationsmaterialien, die Behördenabläufe verständlich erklären.
Ein Gewinn für die Gesellschaft
„Migration erfolgreich zu gestalten, bedeutet vor allem, Hürden abzubauen“, erklärt Hatice Erdem, Regionalleitung Süd der AWO Interkulturell „Unsere Arbeit entlastet Kommunen und Behörden, da wir viele Fragen klären, bevor sie zu Problemen anwachsen. Wir bauen Brücken zwischen den Kulturen und dem staatlichen System.“

